Thank God it’s Friday! – Alles Wichtige zum Black Friday

Am Freitag drehen die Freunde des hemmungslosen Konsums wieder komplett ab. Warum und ob das so sein muss, erforschen wir hier.

Shoppen als wenn es kein Morgen gäbe. Der Black Friday.

Bald ist es wieder soweit: marodierende Horden klopfen an die Scheiben der Shopping-Malls und begehren Einlass um ihren Hunger zu stillen und wir sitzen gebannt vorm Bildschirm und können gar nicht begreifen, was wir da sehen. Trotzdem bleiben wir dran und ergeben uns dieser Mischung aus Unglaube, Ekel und auch einer Prise Sensationsgier. Ein bisschen eben wie bei The Walking Dead, nur mit mehr Gewalt.

Der Black Friday steht vor der Tür. Der Tag nach Thanksgiving also, an dem ein großer Teil der US-Amerikaner versucht, die mittels Truthahn dazugewonnenen Pfunde durch exzessives Einkaufen, pausenloses Rennen und Springen sowie unnachgiebiges Zerren wieder loszuwerden. Wir alle kennen die Bilder von hemmungslos prügelnden und ekstatisch konsumierenden Wilden, die auf der Suche nach den besten Schnäppchen An- und Verstand zu gleichen Teilen an den automatischen Drehtüren des Einkaufsparadieses ihrer Wahl abgegeben haben.

Dabei sind die Ursprünge des Black Friday eher harmloser Natur. Es handelt sich an sich erstmal um einen ganz gewöhnlichen Brückentag zwischen dem traditionell donnerstäglichen Thanksgiving (immer am vierten Donnerstag des Novembers) und eben dem folgenden Wochenende. Viele Menschen haben hier schon immer Urlaub genommen, um Thanksgiving in Ruhe genießen und am nächsten Tag ungestört verdauen zu können. Aber man kennt das ja auch von sich selbst: wenn man schonmal einen Urlaubstag hat, kann man den ja auch für einen Einkaufsbummel nutzen und vielleicht schon ein paar Weihnachtsgeschenke kaufen, damit man am Samstag vor der heiligen Nacht (dem tatsächlich umsatzstärksten Tag des Jahres) die Füße hochlegen kann.

Gute Idee, dachte sich auch der Einzelhandel und schaffte durch geballte Angebote einen zusätzlichen Anreiz. Irgendwann verselbstständigte sich die ganze Geschichte und wildgewordene Einkaufs-Aficionados campierten auf dem Walmart-Parkplatz.

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Die Herkunft des Namens „Black Friday“ geht allerdings nicht auf den Tod durch trampelnde Schnäppchenjäger auf dem Weg Richtung Elektronik-Abteilung zurück und auch vermutlich nicht auf die alten Geschäftsbücher, in denen der Nationalfeiertag aller Shopping-Queens (und Kings) gerne mal einen beschwingten Wechsel von roten zu schwarzen Zahlen ermöglichte. Stattdessen stammt der Begriff wohl von der Polizei Philadelphia, die sich mit Schrecken auf den arbeitsreichen Tag vorbereitete und irgendwann intern vom schwarzen Freitag sprach.

An puren Stückzahlen gemessen ist der Topseller an diesem Tag übrigens kein ehemals teurer Fernseher oder das langersehnte Smartphone, sondern der Pyjama. Der Vergleich in schnöden Zahlen zwischen Fernsehern und Mitternachtsliebestötern hinkt natürlich ein bisschen, aber die Tatsache, dass sich Menschen offenbar freiwillig ins Getümmel stürzen für ein paar Satin-Blaumänner ist doch durchaus eine Erwähnung wert.

Es ist übrigens nicht nur Gang und Gäbe sich für den schwärzesten Tag des Jahres mit Pfefferspray zu bewaffnen (41 Zwischenfälle seit 2006), sondern es gab auch zehn Todesfälle und über 100 schwere Verletzungen im selben Zeitraum. Woher ich das weiß? Es gibt eine Website namens – Achtung! – Black Friday Death Count, die die tragischen Zwischenfälle genauestens auflistet.


Die Gründe reichen dabei von Herzstillstand über Massenpanik bis hin zu Schußwaffengebrauch in einem Toys ‘R’ Us (!) oder während der Streitigkeiten um einen Parkplatz. Zum Vergleich: es gibt durchschnittlich 16 Haiattacken pro Jahr, die wiederum zu einem Todesfall alle zwei Jahre führen. Da fragt man sich schon, ob Horrorfilme nicht über die falschen „Monster“ gedreht werden.

Ein weiterer „Funfact“ am Rande: 12% aller Black Friday Shopper gaben bei einer Umfrage an, dass sie den Kampftag grundsätzlich betrunken begehen. Das klingt irgendwie beinahe schon vernünftig, vor allem wenn man bedenkt, dass die Befragten bereit wären (oder waren) durchschnittlich zweieinhalb Stunden in der Warteschlange zu verharren. Echte Experten übernachten allerdings selbstverständlich vor dem Laden. Alles andere wäre ja auch Quatsch.

Wir wollen aber auch nicht zu negativ über den Internationalen Feiertag des Einkaufens berichten. Findige Menschen stoßen tatsächlich auf überzeugende Angebote. Man muss eben nur sehr genau hinsehen. In Deutschland kann man das übrigens auch bequem von zuhause und wem der eine Tag nicht reicht, der sei an den Cyber Monday erinnert, an dem der Online-Handel nachzieht und seinerseits mit fetten Rabatten auf sich aufmerksam machen möchte. In diesem Sinne: frohes Shoppen!